20 Jahre Stendaler Tafel

Die Stendaler Tafel hat im Januar 2026 ihren 20. Geburtstag gefeiert. Ein gefüllter Raum, gute Stimmung und besondere Gäste, darunter viele Ehrenamtliche, Vertreter der Politik und Spender, umrahmten das Jubiläum der Tafel im Norden Sachsen-Anhalts. Die sehr würdige Veranstaltung für die Mitwirkenden des lebendigen Tafelprojekts in Stendal lässt erwarten, dass in der Zukunft noch viele solcher Jubiläen gefeiert werden können. 

Nach einer Eröffnung durch die amtierende Leiterin der Tafel, Melanie Märtens, und den Geschäftsführer des Trägers Gut Priemern, Dr. Christoph Lenz, stand der Abend ganz im Zeichen der Ehrung zweier langverdienter, engagierter Frauen: Barbara Kohl gründete vor zwei Jahrzehnten die Stendaler Tafel und Renate Rank war mit 19 Jahren fast ebenso lange aktiv. 

„Die Tafelbewegung liegt beiden bis heute am Herzen, wie in der Rede von Barbara Kohl deutlich wurde. Solche Urgesteine der Tafelarbeit zu erleben, ist einfach etwas Besonderes“, resümiert der Tafel-Landesvorsitzende Kai-Gerrit Bädje, der an dem Festakt teilnahm. 

Die tiefe Verwurzelung beider Frauen im Tafel-Engagement wurde dann auch in den Reden des Landrates Patrick Puhlmann und des Stendaler Oberbürgermeisters, Bastian Sieler, deutlich. Uwe Lenz, ehemaliger Geschäftsführer des Gut Priemern und der Verantwortliche für die Trägerschaft der Tafel im Gut Priemern, erinnerte sich anerkennend und warmherzig an die ersten Kontakte und Schritte, die 2006 mit Barbara Kohl unternommen wurden. 

Wie in vielen Jubiläumsveranstaltungen wurde auch in Stendal die Frage aufgeworfen, ob die Existenz der Tafeln gefeiert werden sollte oder ob das Ziel nicht eigentlich sein müsse, die Tafeln überflüssig zu machen. Für die Tafel Sachsen-Anhalt e.V. verwies Kai-Gerrit Bädje auf die Tatsache, dass ohne die Tafeln vielen Menschen weniger Möglichkeiten für ein sinnstiftendes Ehrenamt geboten wären. Ohne Tafeln erführe die wachsende Armut in Deutschland kaum Linderung und der Verschwendung von Lebensmitteln wäre kein Einhalt geboten. Schließlich bedeute Lebensmittelvernichtung, dass Rohstoffe, eingesetzte Arbeitszeit und Betriebsmittel sinnlos vernichtet würden. 

Die Bundesrepublik braucht Lebensmittelrettung. Nachhaltigkeit im Wirtschaften und eine zielgerichtete Armutslinderung werden in absehbarer Zeit nicht überflüssig werden. Darum braucht unsere Gesellschaft Tafeln und ganz besonders Menschen wie Barbara Kohl, Renate Rank und Melanie Märtens“, so Bädje.