Veränderte Rahmenbedingungen für die Tafeln in Sachsen-Anhalt
Das Tafellager in Hohenerxleben ist seit einigen Jahren ein wichtiger Knotenpunkt der Logistik des Tafel Sachsen-Anhalt e.V. Hier laufen alle Fäden der Verteilung von Großspenden zusammen. Gespendete Lebensmittel werden den 35 Mitgliedstafeln je nach Bedarf und Verfügbarkeit bereitgestellt.
Dieses Standbein der Tafelarbeit hat sich neben dem „klassischen“ Einwerben von Lebensmitteln aus dem jeweiligen regionalen Lebensmittelhandel inzwischen fest etabliert. Während in der Vergangenheit der regionale Bezug den Kern der Spendenaquise bildete, hat nunmehr das Einwerben von Großspenden an Gewicht gewonnen.
Drei Wege der Verteilung der Waren hat die Tafel Sachsen-Anhalt entwickelt:
- Umschlag im Zentrallager in Hohenerxleben und Abholung durch die Mitgliedstafeln
- Einlagerung von Tiefkühlware bei Nordfrost in Zerbst und Abholung durch die Mitgliedstafeln
- Kooperation mit der Spedition Dachser, die Kühlware direkt zu den Tafeln transportiert
Die „Allianz für Lebensmittelrettung“, ein partnerschaftliches Projekt des Tafel-Bundesverbands, der Tafel-Landesverbände und der Spedition Dachser wird perspektivisch das Warenaufkommen vergrößern. Welche Anforderungen sich daraus für den Tafel-Landesverband Sachsen-Anhalt ergeben, dazu haben sich Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im sachsen-anhaltischen Landtag, und Kai-Gerrit Bädje, Vorsitzender des Tafel-Landesverbands, Anfang Oktober 2025 ausgetauscht.
Einigkeit herrschte in der Einschätzung, dass die Unterstützung der Tafeln nicht ausschließlich eine Aufgabe des Sozialministerium des Landes sein sollte. Denn das Wirken der Tafeln reicht in andere Politikbereiche wie Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft hinein.
